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Jagd früher
Bis zum 9. Jahrhundert war die Jagd allen Bevölkerungsschichten im gleichen Maße zugänglich. Erst unter Karl dem Großen wurde das Jagen zum Herrschaftsprivileg. Dabei wurde die hohe Jagd, die den Landesherren vorenthalten blieb und in die niedere Jagd, die sich auf den Rest der Bevölkerung verteilte, unterschieden. Darüber hinaus wurde das Wild in höheres und niederes Wild eingeteilt, so war z.B. die Hasenjagd untergeordnet. Von den Landesherren wurden vor allem Hirsch, Wildschwein, Adler, Gämse, Bär, Luchs und Reh gejagt. Die Anzahl der Geweihzacken spielte ebenfalls eine Rolle.
Im Frühjahr die Auerhahnjagd ein besonderes Ereignis, der König, Prinzen und Grafen nachgingen. Hierauf gehen auch die Beginne des Tourismus im Nordschwarzwald zurück. Die Bevölkerung reiste in den Schwarzwald um zu sehen wo der König jagte und wo er untergebracht war. Die Tatsache, dass die Jagd Herrschaftsprivileg wurde, führte zu einer Verschärfung des Unterschiedes zwischen Adel und dem Rest der Bevölkerung. Die Menschen mussten dem Jagddruck auf ihren Feldern zustimmen und darüber hinaus von ihrem Taglohn ein Zehnt abgeben. Zudem kam es zu einer Beaufsichtigung der Jagd. Die Nutzungsrechte (Allmende) wurden zu
Grundeigentum gemacht.
Jagd heute
Während die Jagd früher ein Privileg der Herrschenden war, konzentriert sie sich heute auf den »Geldadel«. Problematisch ist dabei, dass der »Geldadel« häufig nur wenig Zeit für die Jagd hat und bei geringem Zeitaufwand eine große Anzahl von Wild erlegen möchte. Deshalb wird der Wildbesatz erhöht was aber Schäden im Wald, in Form von Verbiss der Bäume, zur Folge hat. Die Ausmaße der Schädigung kann durch folgende Kosten, nach forstlichen Angaben, ausdrückt werden. Der Wildschutz gegen das Schalenwild so z.B. Zäune und chemische Behandlung der Bäume, beträgt 20 €ur/a/ha. Bei Verpachtung des Waldes erstreckt sich die Summe
auf 10-20 €ur/a/ha. Dem gegenübergestellt sei der Wert desselben Waldstückes, er beträgt 40-90 €ur/a/ha.
Die heutige Jagdform lässt sich u.a. in Linzenzjagd und in Regiejagd im Staatsforst und Eigenbewirtschaftung bei manschen Jagdgenossenschaften untergliedern. Die Lizenzjagd, die an Grund und Boden gebunden ist, ist z.B. in der Schweiz vorherrschend. In gemeinschaftlichen Jagdbezirken gibt es einen Vorstand und den Grundstückseigentümer. Die Gemeinde bzw. der Gemeinderat vergibt die Lizenz. Ein Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass die Leistung beim Jagen wichtig ist und wenig Interesse an den Schäden am Grundstück besteht.
In Griesstätt erfolgt die Eigenbewirtschaftung der ganze Stolz von einem Mann "Max Lochner". Charakteristisch für diese Jagdform ist die Bestimmung durch den Jagdvorsteher. Es gibt keine alternative jegliches Rehwild wird erlegt, egal ob jung oder alt. Wichtig ist nur, das man keine Rehe mehr spürt. Unter dem Motto "Wald ohne Wild"
Zur Zeit sind Bestrebung im Gange, die natürlichen Jäger wie Luchs und Wolf wiedereinzuführen. Das würde zu einer natürlichen Auslese der gerissen Tiere führen (60% Jungtiere, 20% Alttiere, 20% zw. Jung- und Alttieren). Neben der natürlichen Auslese kommt die natürliche biologische Populationsregulierung hinzu. Die Wurfrate ist abhängig von der Futtermenge. Auch kommt es zu einer Verlagerung von männlichen und weiblichen Tieren durch den Faktor Stress. Bei Stress überwiegt der männliche Bestand, bei Stresslosigkeit der weibliche. Problem bei der Wiedereinführung der natürlichen Jäger ist zum einen der hohe Privatwaldbesitzanteil von
40% in Deutschland. Bei entstehenden Waldschäden durch die natürlichen Jäger muss die Haftungsfrage und der finanzielle Ausgleich geregelt werden. Dasselbe gilt für an den Wald angrenzende Bauernhöfe, die Sorge um ihr Geflügel und ihre Schafe haben. Ein weiteres Problem ist das negative Image der natürlichen Jäger, vor allem des Wolfes, in der Bevölkerung, was eine Wiedereinführung erschwert (vgl. das Märchen »Rotkäppchen«).
»Der Naturschutz bildet einen ideellen Wert«
Fazit und Ausblick
Die Beziehung der Menschen zu Holz und Wald im nördlichen Schwarzwald ist seit jeher eine sehr alte und enge. Seit Jahrhunderten prägen sich Wald und Mensch gegenseitig, wobei insbesondere das Holz hauptentscheidend für den Lebensunterhalt der Menschen war und ist. Die Vielzahl alter Berufe des Waldgewerbes (vom Schindelmacher bis zum Flösser) zeugt davon. Weitere Nutzungsformen des Waldes waren und sind teilweise noch die Waldbeweidung und die Jagd. Der Tourismus, der jüngste Wirtschaftsbereich, bildet heutzutage zusammen mit der Holzgewinnung die wichtigste Einkommensquelle der Bevölkerung.
Konflikte
Belastungen und Konflikte durch die wirtschaftenden Menschen sind zahlreich. Bei der Holzgewinnung beispielsweise führte die Übernutzung der Wälder zu einem fast völligen Kahlschlag des Schwarzwaldes während des vergangenen 19. Jahrhunderts. Kurzsichtiges Gewinnstreben führt zu schwachen und anfälligen Altersklassenwäldern und das Anpflanzen der standortfremden Fichte zu weiteren Störungen des ursprünglichen Ökosystems. Neben der Belastung der Wälder durch Schadstoffe, die durch Verkehr und Industrie verursacht werden und durch Wind und Niederschläge eingetragen werden, bringt der Tourismus neben Segen auch Leid in den
nördlichen Schwarzwald. Im Wald kommen sportliche Aktivitäten der Touristen in Konflikt mit den Bedürfnissen der Wildtiere, zu Stoßzeiten ist die Infrastruktur der Gemeinden überlastet und die Kultur der heimischen Bevölkerung erfährt eine wohl ungewollte aber einschneidende Veränderung (»..da passieren schreckliche Dinge.. «). Ein zusätzliches Problem bei der Bewertung von Belastungen ist die Monetarisierbarkeit der Schäden.
Perspektiven und Lösungswege
Ungefähr ab dem Jahr 2008 wird es keine unkontrollierten Holzhiebe mehr geben. Das Holz bekommt einen höheren Wert. Man nutzt es dann verstärkt für Kleidung, Papier, zum Bauen, für Möbel,...Da es wieder verwertbar ist, verhält es sich beim Verbrennen CO2-neutral. Bezüglich Holz hat der Nordschwarzwald trotz der hart umkämpften Preise auf dem Holzmarkt durchaus eine Chance zu überleben. Ansätze dafür sind ein Qualitätsmarketing und ein regionales Vermarktungskonzept. Ebenso wie für die Holzgewinnung gilt folgendes Zitat von Herrn Förster Trefz auch für den Tourismus: »Vom Zins leben, das Kapital stehen lassen«. Werden
das touristische Kapital, das Ökosystem Wald und die heimische Bevölkerung so behandelt, hat der Tourismus im Nordschwarzwald eine lange Zukunft. Es gilt das touristische Kapital Wald intelligenter einzusetzen, beispielsweise durch die Vermittlung einer besseren Erlebbarkeit des Waldes so im Rahmen geführter Wanderungen. Eine solche »Landschaftanimation« ist oft attraktiver als »Schilderwälder« in Waldlehrpfaden. Im Konfliktfeld zwischen Tourismus, Naturschutz und Forstwirtschaft kann man sich schnell darüber einig werden, dass das für alle grundlegende Kapital, zum Beispiel der Wald, nicht weiter angegriffen werden sollte. Um in
Zukunft eine nachhaltige Nutzung dieses Kapitals sicherstellen zu können, sind Beiträge der Wissenschaft, insbesondere auch der Geographie notwendig (z.B. Monetarisierbarkeit der Nachhaltigkeit; Landschaftsanimation und -interpretation).
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